Schutzkonzept: Verhaltensleitlinien für Eltern / Erziehungsberechtigte
Viele von euch, die das hier lesen, haben Kinder bei uns im Vereinssport. Um die geht es ganz zentral bei dem Schutzkonzept, wir geben viel dafür, dass es euren Kindern bei uns gut geht! Das beinhaltet natürlich auch euch, weil ihr auch mit den Kindern von anderen Leuten umgeht. Hier geht es um einen anderen Schwerpunkt als bei den Mitarbeitenden und Sporttreibenden: Im Zentrum steht hier der Sportverein als angenehmer Ort für Kinder, wo sie nicht angeschrien werden oder schlechte Angewohnheiten übernehmen.
Wir glauben, dass die folgenden Regeln ein guter Ausgangspunkt dafür sind, dass sich alle wohl und sicher fühlen:
- Ich sehe mich als Vorbild für alle Kinder, verhalte mich entsprechend und verzichte aus diesem Grund auch auf Kraftausdrücke und Beleidigungen.
Es kann auch mal emotional sein am Spielfeldrand, und oft ist der Profisport mit seiner Fankultur ein Vorbild mit ziemlich derbem Umgang… aber hier spielen Kinder, keine Profis! (Und nebenbei würde ein freundlicher Umgang auch dem Profisport gut zu Gesicht stehen). Von daher erwarten wir, dass ihr euch bremst, auch wenn ihr euch ärgert!
- Ich unterlasse es Kindern während des Trainings oder Wettkämpfen Anweisungen zu geben und erkenne an, dass dies dem Trainer obliegt.
Wir verstehen schon: Die Grenze zwischen Anfeuern („Lauf!!“) und Anweisungen („Lauf mehr über links!“) ist fließend, aber wir hoffen ihr versteht wohin es gehen soll: Wenn die Kinder zerrissen sind zwischen dem, was die Trainer*innen sagen, und was die Eltern sagen, wird es schwierig für sie.
- Die Entscheidungen von verantwortlichen Personen (Trainer*in, Schiedsrichter*in) erkenne ich an und kritisiere diese nicht lautstark. Dadurch fördere ich den respektvollen Umgang untereinander und lebe dies den Kindern vor.
- Kritik oder Unverständnis gegenüber den Trainer*innen kläre ich in einem konstruktiven Vier- oder Sechsaugengespräch.
Wie immer ist auch diese Regel primär dafür da, eine bestimmte Kultur zu erschaffen: Die Kinder sollen lernen, dass man respektvoll miteinander ist. Wieso sollten sie sonst respektvoll gegenüber anderen sein, wenn wir als Erwachsene das nicht vorleben?
- Ich gehe mit meinem Konsum von Alkohol und Zigaretten bei Kinder- und Jugendveranstaltung bewusst um und nehme meine Vorbildfunktion ernst.
Hier bewegen wir uns langsam weg von der etwas abstrakten Kultur, die wir pflegen wollen, und gehen mehr in Richtung Kinder- und Jugendschutz. Wenn wir wählen können zwischen einer Welt mit Sportvereinen, wo alle am Spielfeldrand rauchen und trinken, und einer Welt wo das nicht passiert, ist ja völlig klar in welcher Welt Kinder sicherer aufwachsen. Wir als Sportverein setzen uns deshalb dafür ein, dass das nicht passiert.
- Sollte mein Kind beim Umziehen oder Toilettengang Hilfe benötigen, halte ich mich nicht länger als notwendig in den Umkleiden auf und achte die Privatsphäre der jungen Sportler*innen.
- Bei der Erstellung von Fotos, sowie dem Teilen über Messenger-Dienste achte ich auf einen sachlichen Austausch und die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen.
Diese beiden Regeln sind jetzt wieder mitten in der Verhinderung von Übergriffen. Wenn es die Regel für alle ist (auch für die, die absolut harmlos sind), dann ist es auch die Regel für die, die Übergriffe planen, und darum geht es. Das ist mir wirklich sehr wichtig: Wir machen diese Regeln nicht, weil wir denken, ihr als Eltern habt irgendwas vor, ganz im Gegenteil: Wir machen diese Regeln, damit wir alle, denen Kinderschutz am Herzen liegt, uns so verhalten, dass auch die Täter auf Regeln treffen, die Übergriffe unwahrscheinlicher machen.
Das geht so oft schief, dass sich dann Leute aufregen und das Gefühl haben, ihnen würde etwas unterstellt, und es ist aber wichtig, dass das korrekt transportiert wird. Bitte macht mit, weil die Regeln gute Hilfen sind, um Übergriffe zu verhindern, und fühlt euch nicht kritisiert durch diese Regeln. Wir schnallen uns ja auch an, nicht weil wir denken heute bauen wir einen Unfall, sondern weil wir wissen: Ist schon ne gute Idee, wenn sich alle an diese Regel halten, dann passiert einfach weniger.