TUS OST
+ + + Freie Turn- und Sportvereinigung "Ost" Bielefeld e.V. + + +
Geschichte

Die Freie Turn- und Sportvereinigung Ost Bielefeld e.V. blickt auf eine über 100-jährige Geschichte zurück. Hervorgegangen aus vier alten Arbeitersportvereinen gehört sie zu den ältesten Bielefelder Sportvereinen. Als einer der wenigen verbliebenen Vereine verfügt sie über eine eigene Turnhalle an der Bleichstraße 151 a in Bielefeld. Der Bau der Turnhalle war auch Gründungsanlaß für eine der Bielefelder gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften, der Freien Scholle, die im Bielefelder Osten auch den Wohnungsbau vorangetrieben hat. Mit über 1.200 Mitgliedern gehört die FTSV Ost Bielefeld e.V. auch zu den großen Vereinen der Stadt. Hier nun ein chronologischer Überblick über die Geschichte des Vereins.

 

05.03.1895

Gründung des Arbeiter-Turnvereins "Vorwärts"

1896

Gründung des Arbeiter-Turnvereins "Hoffnung"

Danach folgt noch die Gründung der Vereine "Frisch Auf", "Eichenkranz", "Westfalia" und "Eintracht"

1908

Fusion der Vereine zum Großverein "Freie Turnerschaft Bielefeld"

1919

Umbenennung zur "Freien Turn- und Sportvereinigung Bielefeld", wobei die Gründungsvereine selbständige Abteilungen bleiben

1907/1908

Bei den Abteilungen "Vorwärts" und "Hoffnung" werden Frauen-abteilungen gegründet

seit 1909

in beiden Abteilungen wird auch Fußball gespielt

1911

Die gemeinnützige Baugenossenschaft "Freie Scholle" wird durch Mitglieder der Abteilung "Ost" gegründet. Anlaß der Gründung ist der Mangel an Turnhallen und Übungsräumen. Die Genossenschaft soll insgesamt vier Hallen in allen Himmelsrichtungen Bielefelds bauen. Die Frei Scholle warb weitere Mitglieder und konnte bereits 1912 das Grundstück an der Bleichstraße erwerben.

1913

Beginn der Planung und Bauarbeiten an der Turnhalle "Ost".

06.12.1913

Schlüsselübergabe der Turnhalle, die "Freie Scholle" widmet sich dann ausschließlich dem Bau von Wohnungen, die weiteren geplanten Hallen werden nicht mehr gebaut.

09. - 11.05.1914

Feierliche Weihe der Halle

1914 - 1918

Während des 1. Weltkrieges kam der Vereinssport fast zum Erliegen, da die meisten männlichen Mitglieder zur Wehrmacht eingezogen wurden. Ca. 1/3 der Mitglieder sind gefallen, so daß der Verein durch fehlende Mitglieder auch in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Dennoch kann die Halle für den Verein erhalten bleiben, obwohl jährliche Betriebskosten von 3.500 RM aufzubringen sind.

ab 1919

Die Abteilung Ost lebt mit Ende des Krieges wieder auf, insbesondere das Frauenturnen wird immer beliebter und auch das Fußballspielen erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Die Fußballer werden 1921 erstmals Bezirksmeister.

16.06.1920

Die Turnabteilung "Ost" feiert 25-jähriges Bestehen mit einem großen Sportfest.

12.05.1921

Das Länderstädtespiel Paris – Bielefeld findet statt. In der Städteauswahl von Bielefeld stehen 5 Spieler der Abteilung "Ost". Spiele gegen den damaligen Erzfeind Frankreich waren verpönt und wurden von der Öffentlichkeit mit Empörung wahrgenommen. Die Arbeiterverbände störten sich hieran aber nicht und sahen in diesen Spielen bereits sehr früh einen Beitrag zur Völkerverständigung.

08.06.1922

Die Abteilung Ost der Freien Turn- und Sportvereinigung kauft der Freien Scholle für 68.000 RM die Turnhalle Ost ab.

1924

Die Fußballer werden erneut Bezirksmeister.

1925 - 1933

In der beginnenden Wirtschaftskrise veränderten sich auch die Mitgliederstrukturen in den Arbeitersportvereinen. Durch die hohe Arbeitslosigkeit konnten viele Mitglieder die Beiträge nicht mehr aufbringen und verließen die Vereine. 1928 wurden auch noch die Kommunisten aus den Arbeitervereinen ausgeschlossen, so daß die Mitgliederzahlen weiter sanken. Die Abteilung "Ost" hatte aber 1928 noch 498 erwachsene Mitglieder und 137 Kinder.

13.03.1933

SA- und SS-Gruppen stürmen die Turnhalle ost während einer Versammlung und lösen diese unter heftiger Gegenwehr auf. Dies ist das Ende der Abteilung Ost.

19.05.1933

Durch eine amtliche Verfügung wird der Verein aufgelöst und enteignet. Die Turnhalle wird in "Herman-Göring-Haus" umbenannt.

28.10.1945

Neugründung der "Freien Turn- und Sportvereinigung "Ost" Bielefeld e.V." in der Turnhalle Ost. Bereits ummittelbar nach Kriegsende hatten Mitglieder mit Aufräumarbeiten begonnen und die Halle notdürftig hergerichtet und die Erlaubnis der Besatzungsbehörden erhalten, den Betrieb wieder aufzunehmen. Im Januar 1946 hatte der Verein wieder 209 Mitglieder, die tatkräftig den Wiederaufbau der zerstörten Halle vorantrieben.

03.04.1949

Einweihung der wiedererrichteten Halle

1965

Die Turnhalle wird um einen Gymnastikraum erweitert und die "Hartwig-Weber-Schule" zieht ein. Die bildet Gymnastiklehrer/innen aus und ist heute ein Berufskolleg für Gymnastik, an dem man die Fachhochschulreife erlangen kann und gleichzeitig Gymnastiklehrer/in werden kann.

1990

Umbau der Gymnastikhalle zum ersten vereinseigenen Fitneß- und Gesundheitsstudio Bielefelds.

    
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